Juni 22, 2014

Noir


Inhalt

Mireille Bouquet verdient als Auftragskillerin ihren Lebensunterhalt. Sie lebt in Paris, stammt aber ursprünglich aus Korsika. Eines Tages erhält sie eine mysteriöse E-Mail aus Japan, von der Schülerin Kirika Yumura. In dieser bittet Kirika Mireille, mit ihr eine Pilgerfahrt in die Vergangenheit zu machen. Zuerst hält Mireille die Mail für einen schlechten Scherz und will sie gerade schließen, als eine Melodie erklingt, die in ihr eine verschwommene Kindheitserinnerung hervorruft.

Sie reist nach Japan um Kirika ausfindig zu machen. Die beiden treffen sich zum ersten mal auf einer verlassenen Baustelle, auf der sie von unbekannten Männern angegriffen werden. Die unscheinbare und wortkarge Kirika entpuppt sich dabei als unglaublich talentierte und eiskalte Killerin, die Auftragskillerin Mireille in nichts nach steht.

Nachdem die Angreifer erledigt und die beiden bei Kirika zuhause angekommen sind, bittet Kirika Mireille ihr zu helfen. Da sie keine Erinnerung an ihre Vergangenheit hat, weder wer sie ist noch woher sie kommt, benötigt sie Mireilles Hilfe ihre mysteriöse Vergangenheit zu entschlüsseln. Mireille willigt widerwillig ein, auch da sie spürt, dass so möglicherweise nicht nur Kirikas Vergangenheit sondern auch offene Fragen aus ihrer eigene Vergangenheit beantwortet werden. Sie macht der Schülerin allerdings auch gleich klar, dass, sobald sie ihre Antworten hat, sie sie töten muss, da sie nun ihre wahre Identität kennt.


In Paris arbeiten die jungen Frauen schließlich als Auftragskillerinnen unter dem Decknamen Noir. Doch schon bald geraten sie ins Visier einer geheimnisvollen Frau, die sich die "wahre Noir" nennt und auch die mysteriöse Organisation Les Soldats hat es auf das Leben der beiden abgesehen...

Persönliche Meinung

"Noir" ist eine sehr spezielle und besondere Serie. Und auch wenn "Noir" vorrangig als Actionanime eingestuft werden kann, bietet die Serie weit mehr als nur Action. Anfangs überwiegt klar der Actionanteil, später übernehmen Drama- und Mysteryelemente die Oberhand.

In den ersten Folgen geht es um Mireilles und Kirikas Alltag als Auftragskillerinnen. Die Serie wartet an der Stelle mit mal mehr und mal weniger gelungenen Füllepisoden auf. Zwischendrin bekommt der Zuschauer immer kleine, mysteriöse Bruchstücke aus Mireilles und Kirikas Vergangenheit sowie über die Les Soldats präsentiert. Die letzten zehn Folgen drehen sich dann fast Ausschließlich um die zu enträtselnden Vergangenheiten der Protagonistinnen.

Die Füllepisoden langweilten mich mit der Zeit immer mehr und ich überlegte ernsthaft, die Serie frühzeitig zu beenden. Zumal das Entschlüsseln der Rätsel nur sehr langsam von statten ging. Glücklicherweise blieb ich dran und "Noir" schaffte es nicht nur, mich doch noch zu fesseln sondern auch noch ernsthaft zu beeindrucken. Ich wünschte nur, die Füllepisoden wären ebenfalls von so hoher Qualität gewesen wie die letzten Folgen...

Besonders an "Noir" ist nicht nur die Thematik und die Erzählweise (Rückblenden) sondern auch die Charaktere. Die wichtigsten Figuren sind Frauen, Männer hingegen spielen hier nur eine sehr untergeordnete Rolle. Meist als namenlose "Kugelfänger" und feindliche "Tötungsobjekte", manchmal auch als Berater, aber das war's dann auch schon. Ich meine das gar nicht wertend aber ich empfinde es schon als etwas ungewöhnlich. Geredet und erklärt wird auch wesentlich weniger als in anderen Animes und Kirika und Mireille werden als perfekte und emotionslose Tötungsmaschinen dargestellt. Die Gegner sind sehr schnell und präzise mit meistens einem Schuss erledigt, wobei kein einziger Tropfen Blut fliest. In dieser Hinsicht unterscheidet sich "Noir" schon sehr von den anderen, typischen Actionanimes.

Gefallen hat mir die enge und doch distanzierte Beziehung zwischen Mireille und Kirika, das die Serie hauptsächlich in Frankreich spielt und man dank der detailreichen und akkuraten Zeichnungen das Gefühl hat, dort zu "sein", der tolle Soundtrack und die Drama- und Mysteryelemente die "Noir" zu etwas Besonderem machen und Themen wie Schuld, Sünde, Vergebung, Hass, Liebe, Tod und Existenz behandeln.

Nicht gefallen hat mir dagegen das es zu viele Füllepisoden gibt, die die Haupthandlung nicht weiterbringen und teilweise so gut wie gar nicht interessant sind und nicht an die Qualität der späteren Episoden anknüpfen können. Die folgenden Punkte enthalten Spoiler zum Inhalt und zum Finale, also habe ich sie als Spoiler markiert.



- Spoiler -
Die Tatsache, dass die Frage woher Kirika kommt und wer sie ist, nicht wirklich beantwortet wird. Ein Großteil der Serie dreht sich um diese Frage und am Ende bleibt gerade diese Frage offen. Ebenfalls schade ist, dass man nicht mehr über Chloes und Altenas Hintergrund erfährt. Vor allem Chloe war ein interessanter Charakter. Am Anfang leicht unheimlich und merkwürdig, am Ende einfach nur tragisch und traurig. Wenn man dann am Ende realisiert, dass sie quasi als Opferlamm herangezogen und in dieser kalten und falschen Umgebung zur Killermaschine ausgebildet wurde und letztendlich wegen ihrer naiven Eifersucht von der einzigen Freundin, die sie je hatte, getötet wird, dann ist das schon verdammt traurig. Dazu dann noch die Tatsache, dass es Altena gar nicht kümmert... Wirklich übel. Die Les Soldats Story war teilweise ein wenig wirr und auch hier hätte ich mir gewünscht noch mehr Hintergrund zu haben. Warum wurden Chloe und Kirika für Noir ausgewählt? Wie kam Altena an die Spitze der Soldats? usw.

Es ist mir schon lange nicht mehr so schwer gefallen eine Serie zu bewerten und ich schwanke sehr stark zwischen 3 und 4 Sternen. Schweren Herzens habe ich mich nun erstmal für 3 Sterne entschieden auch wegen der, als Spoiler, aufgeführten Punkte. Eventuell entscheide ich mich aber noch um.

Bewertung




Deutscher Titel: Noir
Originaltitel: Nowaru
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2001
Laufzeit: 25 Minuten pro Folge
Episoden: 26
Darsteller: Mireille Bouquet, Kirika Yumura, Chloe, Altena, Odette Bouquet
Regisseur: Koichi Mashimo
Genre: Action, Drama, Mystery



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