Juni 04, 2016

Deutscher Filmpreis 2016


Am 27. Mai fand die Verleihung des Deutschen Filmpreises statt. Zum 66. Mal wurde die Lola verliehen und Jan Josef Liefers moderierte die Gala bereits zum dritten mal. Ich durfte für Moviepilot live als Blogger dabei sein und möchte heute über meine Erlebnisse berichten.

Am 24. Mai erfuhr ich, dass ich als Blogger für Moviepilot zum diesjährigen Deutschen Filmpreis darf. Es war sehr schwer, noch eine Übernachtungsmöglichkeit so kurzfristig zu finden, zumal fast alle Hostels und Hotels für Freitag ausgebucht waren... Im Scandic Hotel Berlin Potsdamer Platz fand ich dann doch noch ein freies Zimmer. Durch die kurzfristige Buchung waren Zugfahrt und Hotelübernachtung nicht gerade günstig, aber gelohnt hat es sich trotzdem.

Für mich ging die Reise am Freitag schon sehr früh los, da ich, wie gesagt, nicht in Berlin wohne. Mit dem ICE fuhr ich um kurz nach 9 Uhr los und kam ca. gegen 12 Uhr in Berlin an. So hatte ich noch genug Zeit für alles.

Geplant hatte ich, gegen 15 Uhr beim Berliner Palais zu sein, sodass ich rechtzeitig um 15:30 Uhr, zur offiziellen Eröffnung des Roten Teppichs, da sein würde. Da ich aber ausversehen die U-Bahn in die falsche Richtung genommen hatte, was ich glücklicherweise recht schnell bemerkte, dann noch umsteigen und ein Stück zu Fuß gehen musste, kam ich dann doch erst gegen 15:40 Uhr an. Die Eröffnung des Roten Teppichs hatte aber zum Glück noch nicht begonnen und die meisten Stars kamen auch mit etwas Verspätung an. Ich hatte also Glück im Unglück.

Der Deutsche Filmpreis fand im Berliner Palais am Funkturm statt. Es gab einen eigenen Raum für die Presse, mit Anmeldebereich, Gaderobe, Buffet, Getränkebar, Toiletten und jede Menge Tische, an denen die Presseberichte fertiggeschrieben und gegessen werden konnte. 3 große Bildschirme übertrugen später live die Gala.



Beim Anmeldebereich bekam ich einen Ordner mit Unterlagen zum Filmpreis, ein Pressebändchen zum ummachen und einen roten Presseausweis überreicht. Nach der Anmeldung ging ich auch direkt zum Roten Teppich, den man durch einen zweiten Durchgang erreichte. Die Bereiche für Fotografen, Fernsehteams, Radio, Print- und Onlinemedien waren alle von einander getrennt und auf dem Boden klebten Schilder, die die einzelnen Bereiche anzeigten. Ich stellte mich zum Print/Radio/Online Bereich, wo ich, meiner Meinung nach, als Moviepilot Blogger am besten aufgehoben war.


Kaum hatte ich meinen Platz eingenommen und meine Kamera rausgeholt, wurde der Rote Teppich auch schon durch den Notar Hellmut Sieglerschmidt und eine Hostess eröffnet. Sie präsentierten eine Lola-Trophäe und die Preisträgerlisten. Moderator Steven Gätjen berichtete live vom Roten Teppich und interviewte auch einige der Stars.


Eröffnung des Roten Teppichs, Steven Gätjen im Gespräch mit Diane Kruger, Elyas M'Barek, Alexandra Neldel, Burghart Klaußner, Aylin Tezel, Ronald Zehrfeld, Heike Makatsch, Christoph Maria Herbst, Iris Berben, Oliver Masucci, Anna Maria Mühe, "Tech-Nick" Antoine Monot Jr., Annette Frier, Robert Stadlober, Katy Karrenbauer, Louis Hofmann, Maria Furtwängler, Tobias Schenke, Karoline Herfurth, Kostja Ullmann, Hannelore Elsner, Tom Wlaschiha, Dennenesch Zoudé, Clemens Schick, Yvonne Catterfeld, Winfried Glatzeder, Anuk Steffen, Lars Kraume, Esther Schweins und Maren Kroymann, Jella Haase, Katja Riemann und ?, Michaela May, Jessica Schwarz, Ursula Karven, Maria Schrader

Ich muss sagen, dass die beste Sicht auf die Stars und Sternchen definitiv, und sicher auch verständlicherweise, die Kamerateams und Fotografen ganz rechts hatten. Links, am Ende des Roten Teppichs, wo ich stand, liefen viele Stars nur noch schnell vorbei. Manche nahmen sich aber auch extra viel Zeit um Fotos machen zu lassen und Interviews für's Fernsehen, Radio, Online- und Printmedien zu geben. Ca. eine halbe Stunde vor Beginn der Gala kam eine Frau von der Security auf mich zu und fragte, ob ich zu den Fotografen gehören würde. Ich verneinte und sie meinte daraufhin, dass ich, um Fotos zu machen, mich zu den Fotografen stellen müsste und ansonsten keine weiteren Fotos machen dürfte. Ich fand es allerdings unpassend, als Blogger für Moviepilot, also defintiv zum Onlinemedienbereich gehörend, mich zu den Fotografen zu stellen. Zumal es doch egal sein sollte, wo man Fotos macht und auch neben mir haben die Journalisten, hin und wieder, ein paar Fotos gemacht. Unter den strengen Blicken der Frau, traute ich mich dann nicht mehr Fotos zu machen bzw. nur wenn sie gerade wo anders stand, sodass ich leider nicht von allen Stars Fotos machen konnte. Das war schon ein bisschen Schade...

Nach gut 2 Stunden Schaulaufen der Stars, Interviews und Fotos auf dem Roten Teppich begann die 66. Verleihung des Deutschen Filmpreises. Die Journalisten verfolgten die Verleihung im separaten Presseraum, wo es auch ein warmes Buffet, Getränke und Tische zum Arbeiten gab. Viele mussten ihre Berichte, vor allem für's Fernsehen, noch am selben Abend fertigstellen. Insgesamt gabt es drei große Bildschirme auf denen die Gala live übertragen wurde.

Iris Berben, Präsidentin der Filmakademie, hielt die erste Laudatio. Mit einem Einspieler á la Oscars begann Moderator Jan Josef Liefers die Gala. Die Veranstaltung begann übrigens schon gegen 17:35 Uhr und wurde gegen 22:00 Uhr vom ARD, in geschnittener Fassung, ausgestrahlt.

Es gab immer mal wieder ein paar Anspielungen auf die Oscars und auch zum aktuellen, politischen Weltgeschehen, vor allem zur Flüchtlingskrise, und Frauen in der Filmbranche äußerten sich mehrere Schauspieler und Regisseure.

Für einen, mehr oder weniger, kleinen Eklat sorgte Schauspieler und Regisseur Milan Peschel, der in Naziuniform eine Laudatio hielt und sich schließlich bis auf die Unterwäsche auszog. Obwohl die Laudatio für Bestes Kostümbild war, war sein Outfit eine klare Anspielung auf den ebenfalls nominierten Film "Er ist wieder da".

Ich bin ein bekennender Fan der Academy Awards und Golden Globe Awards und schaue nur sehr selten deutsche Filmverleihungen. Dennoch fand ich es sehr interessant, mir auch mal dieses "Metier" näher anzuschauen. Wobei man natürlich nicht umhin kommt, verschiedene Filmverleihungen zu vergleichen.

Zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass beim Deutschen Filmpreis fast ausschließlich immer nur 3 Leute oder Filme nominiert waren. Bei den Oscars sind es 5. Und auch die geringe Auswahl an Filmen fiel mir auf. Es waren fast immer die selben Filme nominiert nur eben in anderen Kategorien. So waren z.B. die Filme "Der Staat gegen Fritz Bauer", "Herbert" oder "4 Könige" in den Kategorien Bester Spielfilm, Bestes Drehbuch und Bestes Kostümbild nominiert. Das gab mir das Gefühl, dass dieses Jahr bisher kaum deutsche Filme erschienen sind und so die wenigen deutschen Filme, die nominiert waren, gleich in allen Kategorien, die es gibt, nominiert wurden. So bekam Laura Tonke auch gleich zwei mal die Lola, als beste weibliche Haupt- und Nebenrolle.

Der Deutsche Filmpreis ging gut 3 Stunden, wenn nicht sogar ein wenig länger, und danach war ich ziemlich erledigt. Ich war auch schon seit 5 Uhr wach und bin dann nicht mehr zur Aftershowparty gegangen. Zudem denke ich, dass die Stars da wohl auch lieber unter sich sein wollen und nicht noch, von Fremden, um Fotos, Autogramme o.ä. gebeten werden wollen.

Aber auch ohne die Aftershowparty war es für mich ein sehr spannender und interessanter Tag. Ich konnte einen Blick hinter die Kulissen werfen, viele Stars live über den roten Teppich laufen sehen und Interviews mit ihnen anschauen, einen kleinen Einblick in die Arbeit von Journalisten gewinnen und den Deutschen Filmpreis sehen. Es war definitiv eine Reise und ein Erlebnis wert!

Ich bedanke mich herzlich bei Moviepilot, dass ich zum Deutschen Filmpreis 2016 durfte.

Zum Abschluss noch eine Liste mit den Gewinnern des Abends:

Bester Spielfilm – Gold
Der Staat gegen Fritz Bauer

Bester Spielfilm – Silber
Herbert

Bester Spielfilm – Bronze
4 Könige

Beste männliche Hauptrolle
Peter Kurth

Beste weibliche Hauptrolle
Laura Tonke

Beste männliche Nebenrolle
Ronald Zehrfeld

Beste weibliche Nebenrolle
Laura Tonke

Beste Regie
Lars Kraume

Bester Dokumentarfilm
Above and Below

Bestes Drehbuch
Lars Kraume und Olivier Guez (Der Staat gegen Fritz Bauer)

Beste Filmmusik
Alexandre Desplat (Everything Will Be Fine)

Bester Kinderfilm
Heidi

Besucherstärkster Film des Jahres
Fack ju Göhte 2

Bestes Kostümbild
Esther Walz (Der Staat gegen Fritz Bauer)

Bestes Maskenbild
Hanna Hackbeil (Herbert)

Beste Kamera/Bildgestaltung
Markus Nestroy (Above and Below)

Bester Schnitt
Alexander Berner (Ein Hologramm für den König)

Bestes Szenenbild
Cora Pratz (Der Staat gegen Fritz Bauer)

Beste Tongestaltung
Roland Winke, Matthias Lempert und Frank Kruse (Ein Hologramm für den König)

Ehrenpreis
Regina Ziegler (Produzentin)

Bernd-Eichinger-Preis
Stefan Arndt (Produzent)

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