Juli 18, 2017

Interview mit Hubert Schönegger


Hubert Schönegger hat als Produzent und Regisseur an dem Dokumentarfilm "Solang der Herrgott will" gearbeitet. Ein Crowdfunding Projekt, welches sich um  Lebensgeschichten aus Südtirol dreht und bereits zu 70% finanziert wurde. Im Interview mit Filmophilie hat er sechs Fragen beantwortet.

Herr Schönegger, wollten Sie schon immer in der Filmbranche arbeiten?
Der Weg in die Filmbranche war für mich zuerst sehr schwierig, da es noch sehr wenig Informationen und Schulen in diese Richtung gab. Wenn es Schulen gab, konnte ich diese nicht bezahlen und man konnte nur ein Thema aus dieser Branche wählen, was für mich weniger Interessant war.

Die Filmbranche jedoch war immer schon ein Ziel, dem ich ohne Kompromisse gerne gefolgt bin. Heute kann ich durch meine Autodidakten arbeiten eine viel breitere Schiene in der Filmbranche gehen, damit meine ich, nicht nur als Regisseur arbeiten zu können, sondern die Vielfalt im Filmgeschäft wie z.B. Kameramann, Cutter, Tontechniker usw. selber bestimmen und umsetzten kann. Es ist ein Beruf wo man viel über das Leben und die Geschichte lernen kann.

Warum haben Sie gerade Lebensgeschichten aus Südtirol zum Thema Ihres Films gemacht?
Lebensgeschichten habe ich immer schon in meinen Dokumentationen erzählt und so ist es auch diesmal wieder. Mir gefällt das einfache Leben der Menschen, die den Alltag auf ehrliche Art und Weise erleben dürfen und an der Heimat ihrer Vorfahren festhalten und verwurzelt sind.

Es wird zwar als Klischee unserer Generationen gesehen, da man ja nicht als hinten gebliebener dargestellt werden möchte. Trotzdem wird dieser Lebensstil in sämtlichen Medien wiederspiegeln und wir werben sogar damit.

Was ist, für Sie, das Besondere an Südtirol?
Meine Philosophie heißt, warum soll ich von Südtirol mit meiner Filmarbeit weg gehen, wenn die ganze Welt nach Südtirol kommt um diese einzigartige Vielfalt und Schönheit zu sehen! Südtirol ist für mich das Land der Täler wo auf engstem Raum eine Vielfalt von Hochalpin- bis submediteranem Gebiet zu finden ist, es ist ein kleines Paradies auf Erden. Gerade mit meiner Filmarbeit über Südtirol habe ich einen gewaltigen Einblick für das Leben der Menschen, der Natur, der Tiere bekommen.

Gibt es eine Szene, aus dem Film, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Bei dem Film Lebensgeschichten kann ich noch nicht definitiv sagen, ob ich Erinnerungen dabei habe, da der Film noch nicht fertig ist! Was mir bis jetzt geblieben ist, ist Frau Frieda Gamper aus Seis, die mit Ihrer Erkrankung den Rest Ihres Lebens in gebückter Haltung gehen muss! Jeder der gesund ist und aufrecht gehen kann, wird sich das Handicap dieser gebückten Haltung von Frieda gar nicht vorstellen können, jede aufrechte Haltung verursacht schmerzen..

Wo wird der Film zu sehen sein?
Der Film mit dem Titel "Solang der Herrgott will" soll zuerst im Kino vorgestellt werden und dann in diversen TV Sendern zu sehen sein, auch in RAI Südtirol.

Was erhoffen Sie sich für "Solang der Herrgott will"?
Gerade mit diesem Film möchte ich den Menschen eine noch zufriedene Welt zeigen, wo man mit seinem Leben noch gut zurecht kommt, trotz des ansteigenden nicht mehr miteinander Auskommens! Ich möchte mit diesem Film einen kleinen Beitrag den Menschen geben, die es nicht schaffen auf dieser Welt Zufriedenheit zu finden!

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