Österreich in den 1930ern. Die junge Lehrerin und angehende Nonne Maria Kutschera kommt im Nonnenbergkloster in Salzburg an. Leider ist sie alles andere als geschickt und stellt das ganze Kloster auf den Kopf. Bereits nach wenigen Tagen, wollen die Nonnen Maria rausschmeißen, geben ihr dann aber doch noch eine allerletzte Chance. Und siehe da, mit viel Fleiß und Disziplin gelingt es Maria sich gut in den Nonnenalltag zu integrieren.

Der wohlhabende, verwitwete Baron von Trapp, der mit seinen sieben Kindern Rupert, Hedwig, Werner, Maria, Johanna, Martina, Agathe und der Baroness Mathilda zusammenlebt, sucht derweil nach einer Hauslehrerin für seine kranke Tochter, die ebenfalls Maria heißt. Die Nonnen beschließen Maria zu ihm zu schicken. Nach 9 Monaten darf sie wieder ins Kloster zurückkehren. Schweren Herzens verlässt Maria das Kloster und macht sich auf den Weg zur Familie Trapp.

Doch die Kinder sind alles andere als begeistert von ihrer neuen Hauslehrerin. Auf Grund von negativen Erfahrungen mit vorherigen Hauslehrern, machen sie Maria das Leben schwer und versuchen sie, mit allen Mitteln, wieder los zu werden. Doch Maria lässt sich nicht unter kriegen und es gelingt ihr, dass Herz der kranken Maria für sich zu gewinnen. Nach und nach kann sie auch die anderen Kinder von sich überzeugen.

Sowohl Maria als auch die Trapp Kinder sind sehr musikalisch. Schon bald geben sie gemeinsam Konzerte. Doch es warten schwere Zeiten auf Familie Trapp und Maria, denn Hitler ist dabei die Macht zu ergreifen und das hat negative Auswirkungen auf das Leben aller…

Ich muss gestehen, dass mir die Trapp Familie vorher gänzlich unbekannt war. Ich hatte zuvor zwar schon mal von einem amerikanischen Musicalfilm namens The Sound of Music (dt. Titel: Meine Lieder – meine Träume), mit Julie Andrews und Christopher Plummer in den Hauptrollen, gehört, wusste aber nicht so wirklich worum es geht. Denn obwohl der Film in Österreich spielt und Bezüge zu Nazideutschland hat, ist The Sound of Music in Deutschland und Österreich fast unbekannt.

Anders als in Japan, wo der Film ein voller Erfolg war und in den USA und weiteren Ländern Kultstatus hat. Der Film erhielt insgesamt auch 5 Oscars.

Die Geschichte um eine angehende Nonne, die dann Hauslehrerin eines kranken Mädchens wird, dann auch von den weiteren Kindern und alle anschließend als Gesangsgruppe auf Tournee gehen und vor allem in den USA sehr berühmt werden, ist schon sehr ungewöhnlich, aber auch sehr interessant. Und gerade dieser Anime hat die Geschichte schön vermittelt. Vor allem in den letzten Folgen wird es noch mal richtig spannend.

Die Charaktere sind allesamt sympathisch und man kann sich in sie hinein versetzen. Hedwig hat mich zwar manchmal genervt, aber es war nichts weltbewegendes. Ich fands auch gut, dass jeder Charakter in der Serie näher beleuchtet wurde und man so über alle etwas erfahren hat.

Das Charakterdesign der Figuren wurde definitiv vom Aussehen der Schauspieler übernommen, denn wenn man die Familie Trapp googelt, sieht man, dass sie ganz anders aussehen als Julie Andrews, Christopher Plummer und Co. Die echte Maria hatte z.B. dunkelbraune und keine blonden Haare. Auch die Lieder stammen aus dem Film bzw. gleichnamigen Musical.

Gemeinsam haben Film, Musical und Animeserie, dass sie alle auf dem Roman Die Trapp-Familie – Vom Kloster zum Welterfolg von Maria Augusta Trapp basieren. Diese hatte die außergewöhnliche Lebensgeschichte von sich und ihren Adoptivkindern 1952 als Buch veröffentlicht. Der Roman wurde in Deutschland 1956 unter dem Titel Die Trapp-Familie und 1958 Die Trapp-Familie in Amerika erfolgreich verfilmt.

Laut Wikipedia gibt es ein paar inhaltliche Änderungen im Anime, um ihn Kinderfreundlicher zu machen. Und obwohl ich nur den Trailer gesehen habe, habe ich das Gefühl, dass der Anime sich auch sehr stark an The Sound of Music orientiert.

Dennoch fand ich Die singende Familie Trapp sehr sehenswert und auch größtenteils den Originalstoff wiedergebend. Und auch oder gerade weil ich dadurch das erste Mal die Familie Trapp kennengelernt habe. Ich habe nun auf jeden Fall Lust bekommen, die Biografie von Maria Augusta Trapp zu lesen und ggf. auch mal The Sound of Music anzuschauen.

Außerdem ist Die singende Familie Trapp einer der wenigen Animes, der sich dem schwierigen Thema Nationalsozialismus angenommen hat und das, wie ich finde, gut gemeistert hat.

Episodenguide
01. Ankunft in Salzburg
02. Eine neue Aufgabe
03. Die Familie Trapp
04. Streit mit der Baronesse
05. Maries traurige Geschichte
06. Aufregung im Hause Trapp
07. Die neue Hauslehrerin
08. Spielen verboten
09. Prinzessin Yvonne
10. Ein Schatz im Keller
11. Ein lustiges Picknick
12. Die Schokoladentorte
13. Das Fechtturnier
14. Das Geheimnis der Spieluhr
15. Die Geburtstagsüberraschung
16. Komm zurück, Maria
17. Das verletzte Reh
18. Leb wohl, kleines Reh
19. Mit der Sprache des Herzens
20. Ein böser Sturz
21. Heimkehr aus dem Krankenhaus
22. Hedwig reißt aus
23. Martinas größter Wunsch
24. Fröhliche Weihnachten
25. In den Alpen
26. Eine Nacht im Schloss
27. Die Ausreißerin
28. Agathe, die Schuhe und die Schere
29. Die Träume der Kinder
30. Die entscheidende Frage
31. Eine neue Mutter?
32. Hochzeitsglocken
33. Die wahren Freunde
34. Der erste Auftritt
35. Im Radio
36. Eine Fliege im Hals
37. Die neue Lehrerin
38. Das Geheimnis des Butlers
39. Vor der Flucht
40. Nächtliche Flucht

Deutscher Titel

Die singende Familie Trapp

Originaltitel

Trapp Ikka Monogatari

Originalsprache

Japanisch

Erschienen

1991

Laufzeit

25 Minuten pro Folge

Episoden

40

Darsteller

Maria Kutschera, Baron von Trapp, Maria von Trapp, Hedwig von Trapp, Rupert von Trapp

Regisseur

Kôzô Kuzuha

Buchvorlage

„Die Trapp-Familie – Vom Kloster zum Welterfolg“ von Maria Augusta Trapp

Genre

Drama, Slice of life, Abenteur, Romantik

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